Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau

Der Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau wird an herausragende Musiker, Musikwissenschaftler oder Musikinstitutionen vergeben, die sich in besonderem Maße für den großen romantischen Komponisten engagiert haben. Er wird seit 1964 durch den Oberbürgermeister der Stadt Zwickau, in der Regel am 8. Juni dem Geburtstag des Komponisten, verliehen. Der Ausgezeichnete ist berechtigt, den Titel „Träger des Robert-Schumann-Preises der Stadt Zwickau des Jahres…“  zu führen.

Der Turnus der Verleihung war von 1964 bis 2002 jährlich; seit 2003 wird der Preis alle zwei Jahre vergeben. Die Vorschläge für die Verleihung des Preises werden ausgearbeitet und unterbreitet vom Vorstand der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau e. V. Der Stadtrat der Stadt Zwickau hat für die Dauer seiner Amtszeit eine Jury für die Verleihung dieses Preises bestellt. Der Preis ist mit einer Geldsumme von insgesamt 10.000 Euro dotiert, der Preisträger erhält eine Medaille und eine Urkunde. Der Robert-Schumann-Preis kann geteilt werden.

Preisträgerinnen 2019

Die Pianistin Prof. Ragna Schirmer und die Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Janina Klassen erhalten den Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau 2019 zu gleichen Teilen. Die Jury würdigt damit ihre jahrzehntelange Auseinandersetzung besonders mit Clara Schumann, deren 200. Geburtstag in diesem Jahr gedacht wird.

Ragna Schirmer wurde 1972 in Hildesheim geboren. Sie studierte Klavier in Hannover bei Karl-Heinz Kämmerling sowie in Paris bei Bernard Ringeisen. Sie war Stipendiatin des Deutschen Musikrats und der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Seit 1996 lebt sie in Halle an der Saale. 2001 bis 2011 wirkte sie als Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim/Heidelberg. Unter ihren mehr als ein Dutzend veröffentlichten CD-Produktionen nimmt die Musik von Clara und Robert Schumann eine besondere Stellung ein. Sie spielte nicht nur Soloklavierwerke, sondern auch das orchesterbegleitete Klavierkonzert Clara Schumanns ein. Für die im Bärenreiter-Verlag erscheinende Ausgabe der Klavierwerke Robert Schumanns steuert sie die Fingersätze bei, wobei sie sich an den Fingersätzen Clara Schumanns orientiert. Im Vorfeld des Clara-Schumann-Jubiläumsjahrs 2019 hat sie sich auf besondere Weise für die Komponistin und Pianistin engagiert, z. B. durch das Clara-Schumann-Projekt des Puppentheaters Halle oder durch Auseinandersetzung mit der im Robert-Schumann-Haus Zwickau erhaltenen Programmzettelsammlung Clara Schumanns, wofür sie vor Ort recherchierte.

Janina Klassen wurde 1953 in Bad Salzuflen geboren. Sie studierte Musikwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Italienisch in Freiburg, Wien und Kiel. Nach ihrer Magister-Prüfung arbeitete sie zunächst im Christians-Verlag Hamburg und als Dozentin für Musiktheorie. 1988 wurde sie in Kiel mit einer Dissertation „Clara Wieck-Schumann: Die Virtuosin als Komponistin: Studien zu ihrem Werk“ promoviert. Für die Recherchen zu dieser Arbeit kam sie noch zu DDR-Zeiten zu Forschungsaufenthalten ins Robert-Schumann-Haus Zwickau. Seit 1999 lehrt sie als Professorin an der Musikhochschule in Freiburg in Breisgau, wo sie Clara Schumann regelmäßig in Lehrveranstaltungen einbezieht. Ihre 2009 erschienene Clara-Schumann-Biographie erreichte ein weites Leserpublikum. Neben zahlreichen Artikeln hat sie sich auch als Notenherausgeberin mit dem Werk Clara Schumanns, auch durch Erstveröffentlichungen, intensiv auseinandergesetzt.

Ragna Schirmer und Janina Klassen, Trägerinnen des Robert-Schumann-Preises der Stadt Zwickau des Jahres 2019