Internationaler Robert-Schumann-Wettbewerb

Der Internationale Robert-Schumann-Wettbewerb ist einer der traditionsreichsten Musikwettbewerbe weltweit. Er findet in zwei Kategorien statt: Klavier und Gesang. Pianisten, Sänger und Sängerinnen werden einzeln gewertet und erhalten jeweils einen 1. bis 3. Preis. 1989 wurde erstmals ein zusätzlicher Liedbegleiter-Preis vergeben. Seit 1996 hat sich für den Wettbewerb ein vierjähriger Rhythmus etabliert.

Zur 100. Wiederkehr von Schumanns Todestag wurde der Internationale Robert-Schumann-Wettbewerb 1956 ins Leben gerufen. Während in der Geburtsstadt des Komponisten, in Zwickau, ein großes, damals noch gesamtdeutsches Musikfest aus diesem Anlass stattfand und das rekonstruierte Geburtshaus als neue Heimstatt von Schumann-Museum und -Archiv eingeweiht wurde, wetteiferten in Berlin junge Pianisten und Sänger um die beste Schumann-Interpretation, um im Anschluss bei Preisträgerkonzerten in Zwickau aufzutreten. Eine ähnliche Konstellation ergab sich 1960, im Jahr des 150. Geburtsjubiläums von Robert Schumann, als nacheinander in Berlin der II. Schumann-Wettbewerb in den Fächern Gesang und Streichquartett und in Zwickau ein weiteres Schumann-Fest veranstaltet wurden. Erst mit dem dritten Wettbewerb „übersiedelte" dieses Musikereignis endgültig nach Zwickau. Die Fächer Klavier und Gesang blieben von da an verbindlich. Die Austragungsorte in der Robert-Schumann-Stadt Zwickau wechselten. Zu ihnen gehörten zeitweilig der Kammermusiksaal des Robert-Schumann-Hauses, das Varieté Lindenhof, das idyllisch gelegene, heute nicht mehr vorhandene Schwanenschloss und das Domgemeindehaus. Heute sind es das Robert Schumann Konservatorium und der Jugendstilsaal im Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“.

Der Internationale Robert-Schumann-Wettbewerb ist seit 1961 Mitglied der Weltvereinigung der Musikwettbewerbe mit Sitz in Genf (Fédération Mondiale des Concours Internationaux de Musique/World Federation of International Music Competitions) und mit seiner Klavierwertung seit 2011 Mitglied der Alink-Argerich-Foundation.

Unter den Preisträgern des Zwickauer Wettbewerbs finden sich Namen, die internationalen Glanz gewannen, so z. B. die Pianisten Peter Rösel, Nelly Akopian, Dina Joffe, Dezső Ránki, Balázs Szokolay, Yves Henry, Eric Le Sage, Dana Ciocarlie und Florian Noack oder Sänger wie Siegfried Lorenz, Mitsuko Shirai, Edith Wiens, Mary Ann Hart, Matthias Görne, Britta Schwarz, Bodil Arnesen, Annette Dasch, Anna Lucia Richter und Mauro Peter. Einige von ihnen rückten inzwischen in die Wettbewerbsjury auf und garantieren so die künstlerische Kontinuität des Robert-Schumann-Wettbewerbs

Das Wettbewerbsprogramm, für das die Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau als Mitveranstalter des Musikereignisses verantwortlich zeichnet, hat sich zwar im Lauf der Jahre und Jahrzehnte immer wieder im Detail geändert, doch bilden die großen Klavier- und Liedzyklen Schumanns die unverrückbaren Eckpfeiler.