Robert-Schumann-Preis an New Yorker Pianistin Tiffany Poon verliehen

veröffentlicht am: 24.11.2025

Das Robert-Schumann-Haus informiert:

Auszeichnung für künstlerisches und mediales Wirken

Die New Yorker Pianistin Tiffany Poon erhielt heute Nachmittag den Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau. Oberbürgermeisterin Constance Arndt überreichte die renommierte Auszeichnung im Robert-Schumann-Haus an die 28-Jährige, die damit die zweitjüngste unter den Trägern des seit 1964 verliehenen Preises ist. Mit dem Robert-Schumann-Preis wird sowohl das künstlerische Schaffen Poons gewürdigt als auch ihr Engagement als Influencerin, mit dem sie zur Verbreitung des Werkes von Clara und Robert Schumann beiträgt.

Leo Siberski, Generalmusikdirektor des Theaters und der Clara-Schumann-Philharmoniker Plauen-Zwickau, der die Laudatio auf Tiffany Poon übernommen hatte, brachte seine außerordentliche Freude zum Ausdruck, die junge Pianistin mit dem Robert-Schumann-Preis auszuzeichnen, und formulierte: „Klassische Musik muss heutzutage in einem Spagat um neues Publikum kämpfen, ohne ihr treues Stammpublikum mit den modernen Vertriebsformen zu verprellen. Wie Tiffany Poon ihre Kunst gleichzeitig ernsthaft, humorvoll, spannend, sehr persönlich und dabei mit höchster künstlerischer Qualität einer breiten Zuhörerschaft zugänglich macht, ist ein Paradebeispiel für einen solchen gelungenen Spagat.“ Rückblickend auf seine gemeinsamen Auftritte mit der Pianistin als Dirigent rühmte er: „Mit Tiffany zu musizieren, war ein enormes Vergnügen – einfühlsam, hochkompetent und auch hier mit ganz persönlicher Note bringt sie sich in das große Ganze ein, ohne auf oberflächliche Effekte und Star-Gehabe zu bauen. Eine wunderbare Künstlerin!“

Die in Hongkong geborene Pianistin war bereits beim Erhalt der Nachricht, dass sie den Schumann-Preis erhält, zutiefst bewegt: „When I found out last week from an email, I cried“, schrieb sie in einem Brief an Fans und Follower. „I just love his <Robert Schumanns> music, his imagination and his Davidsbündler mission and I wanted more people to know his name and his work. <…> I’m being honored with this award is … very unexpected. Never in my mind did I think I would be recognized with an award that was given to piano legends I’ve looked up to as a kid.“

Musikalisch gestaltet wurde die Veranstaltung gleich von zwei Schumann-Preisträgern: Sopranistin Elisabeth Birgmeier, Preisträgerin des 19. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbs 2024, sang Lieder von Clara und Robert Schumann, begleitet von Dr. Thomas Synofzik. Der Leiter des Robert-Schumann-Hauses war 2021 mit dem Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau ausgezeichnet worden.

Am Klavier, auf CD und medial Schumann verpflichtet

Am 29. Dezember 1996 geboren, erhielt Tiffany Poon ab 2001 regulären Klavierunterricht. Im Alter von neun Jahren zog sie mit ihrer Familie nach New York, wo sie fortan an der Juillard School unterrichtet wurde. Sie studierte acht Jahre lang bei Yoheved Kaplinsky, dann bei Emanuel Ax und ab 2014 bei Joseph Kalichstein. An der Columbia University erwarb sie zusätzlich den Bachelor of Arts in Philosophie.

Bereits 2012, im Alter von 15 Jahren, gewann sie den ersten Preis bei der 8th Moscow International Frederic Chopin Competition for Young Pianists, zwei Jahre später den zweiten Preis bei der Chopin Golden Ring Piano Competition. Es folgten zahlreiche weitere Erfolge bei internationalen Wettbewerben. Als eine der jüngsten Teilnehmerinnen erhielt sie 2016 den dritten Preis beim Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb für Klavier und Gesang in Zwickau.

Sie ist mit Orchestern in den USA, in Kanada, Europa und Australien aufgetreten. 2020 spielte sie Brahms’ erstes Klavierkonzert in Salzburg und 2022 im Eröffnungskonzert des Zwickauer Schumann-Fests. Ihr erstes Solo-Album war 2024 Robert Schumann gewidmet und trägt den Titel Diaries. Tiffany Poon spielt darauf die Davidsbündler-Tänze, die Kinderszenen und die Arabeske von Robert Schumann. In kurzer Zeit rückte das Album auf Spitzenplätze in den Charts. Am 7. November erschien nun ihr zweites Soloalbum „Nature“.

Gerade die pandemiebedingte Konzertpause 2020/21 führte Poon in die Welt der sozialen Medien. Die Videos ihres YouTube-Kanals mit 330.000 Followern wurden über 50 Millionen Mal aufgerufen. Unter den über 400 Videos auf ihrem Kanal nehmen Robert und Clara Schumann einen herausragenden Rang ein. 

Der Robert-Schumann-Preis

Unter den Persönlichkeiten, die mit dem Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau ausgezeichnet wurden, war bisher nur die Pianistin Annerose Schmidt jünger, die diese Auszeichnung 1964 bei der ersten Verleihung im Alter von 27 Jahren erhielt. Ihr folgten beispielsweise Kurt Masur, Mitsuko Shirai, Hartmut Höll, Nikolaus Harnoncourt, Sir John Eliot Gardiner oder Daniel Barenboim. 2023 erhielten der Pianist Florian Uhlig sowie das Liedduo Christian Gerhaher und Gerold Huber den renommierten Preis.

Wurde die Auszeichnung ab 1964 zunächst jährlich vergeben, wechselte man 2002 auf einen zweijährigen Turnus. Gewürdigt werden herausragende Musiker, Musikwissenschaftler oder Musikinstitutionen, die sich in besonderem Maße für den Komponisten Robert Schumann und sein Werk engagiert haben. Die Vorschläge für die Verleihung des Preises werden ausgearbeitet und unterbreitet vom Vorstand der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau e. V. Der Stadtrat der Stadt Zwickau benennt für die Dauer seiner Amtszeit zwei Mitglieder für eine Jury zur Preisvergabe. Der Preis ist mit einer Geldsumme von insgesamt 10.000 Euro dotiert, die Preisträger erhalten eine Medaille und eine Urkunde.

Constance Arndt überreichte heute Tiffany Poon den Robert-Schumann-Preis 2025
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Stimmten die Gäste mit Liedern von Clara und Robert Schumann ein: Dr. Thomas Synofzik und Elisabeth Birgmeier.
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GMD Leo Siberski bei der Laudatio.
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Tiffany Poon bedankte sich musikalisch mit den "Kinderszenen".
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Die Preisträgerin mit der Medaille im Robert-Schumann-Haus.
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