Das Robert-Schumann-Haus informiert:
Ausstellungsdauer: 23. August bis 7. November
Persönliche Dokumente, Musikalien und historische Tondokumente geben in einer neuen Sonderausstellung Einblick in jüdische Lebenswelten und Beziehungen im Umfeld Robert und Clara Schumanns. Die Schau im Robert-Schumann-Haus Zwickau spannt dabei den Bogen von musikalischen und persönlichen Verbindungen bis zum aufkommenden Antisemitismus des 19. Jahrhunderts. Eröffnet wird die Sonderausstellung bereits am Sonntag, dem 23. August um 16 Uhr. Zu sehen ist sie bis 7. November.
Robert und Clara Schumann hatten zahlreiche jüdische Freunde. Begegnungen mit dem Judentum, mit jüdischen Bräuchen und Traditionen waren im 19. Jahrhundert etwas Alltägliches. Als allererste Komposition schuf Robert Schumann als 12-Jähriger in Zwickau eine Vertonung des 150. Psalms, die er zwar nie veröffentlichte, aber das Manuskript sorgfältig aufhob. Zu den Schätzen seiner Musikalienbibliothek zählen die Psalmvertonungen von Benedetto Marcello (Venedig 1724), die teilweise auf die originalen hebräischen Intonationen zurückgreifen. Ebenso besaß Schumann die Sämtlichen Werke des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn, die aus seinem Nachlass ins Zwickauer Schumann-Museum gelangten. Im Verlag von Robert Schumanns Vater erschien ein Stahlstichportrait des großen jüdischen Aufklärers.
Die Sonderausstellung dokumentiert anhand solcher Besitzstücke sowie von Briefautographen und Tagebüchern die Beziehungen Robert und Clara Schumanns zum Judentum. Eine Sektion der Ausstellung ist den im Zwickauer Verlag Gebr. Schumann erschienenen Hebräischen Gesängen des britischen Dichters Lord Byron gewidmet, die Schumann ebenso wie viele seiner Zeitgenossen zu musikalischen Umsetzungen inspirierten. Es gibt Dokumente zur Freundschaft Robert Schumanns mit dem Wiener Synagogal-Kantor Salomon Sulzer und Clara Schumanns zum Rabbiner-Sohn Hermann Levi. Zu ihren Schülerinnen zählten die beiden Jüdinnen Katharina Oppenheim und Florence Rothschild, verh. Oppenheim, die beide später der nationalsozialistischen Judenverfolgung durch den Freitod entgingen. Letztere ist in der Ausstellung mit einer Aufnahme von Schumanns erster Novellette zu hören. Auch der vor allem durch Richard Wagners Schrift über „Das Judentum in der Musik“ aufkeimende musikalische Antisemitismus wird thematisiert.
Zu der im Rahmen des Themenjahres Tacheles 2026: Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen stattfindenden Ausstellung gibt es zahlreiche Begleitveranstaltungen:
- 23. August 2026, 16 Uhr
Ausstellungseröffnung: Die Schumanns und das Judentum
Eintritt frei - 23. August 2026, 17 Uhr
Liederabend mit Musik von Hanns Eisler und Robert Schumann
Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro - 29. August 2026, 17 Uhr
Konzert am Wilhelm-Wieck-Tafelklavier: Klangfreundschaften – Schumann und sein jüdisches Netzwerk
Eintritt frei
Eine Veranstaltung im Rahmen der Innenhof-Momente, vollständiges Programm unter www.zwickau.de/innenhof-momente - 12./13. September, 15 Uhr
Schumann auf Schellack
Aufführungen historischer Tondokumente mit jüdischen Sängern und Pianisten
Eintritt frei
Eine Veranstaltung im Rahmen des Historischen Markttreibens, vollständiges Programm unter www.zwickau.de/markttreiben - 19. September 2026, 17 Uhr
Hebräische Gesänge und Lieder
Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro - 24. Oktober 2026, 18.30 Uhr
Jiddische Poesie und Klangwelten
Eintritt: ab 5 Euro
Eine Veranstaltung im Rahmen Museumsnacht Zwickau. - 24. Oktober 2026, 20 und 22 Uhr
Klavierspiel von Geisterhand – Jüdische Pianisten
Eintritt: ab 5 Euro
Eine Veranstaltung im Rahmen Museumsnacht Zwickau - 21.30 und 23.30 Uhr
Schumann auf Schellack
Eintritt: ab 5 Euro
Eine Veranstaltung im Rahmen Museumsnacht Zwickau - 14. November 2026, 17 Uhr
Filmabend: „Wunderkinder“ (2011)
Eintritt frei