Sonderausstellung beleuchtet die Beziehungen der Schumanns zum Judentum

veröffentlicht am: 21.08.2026

Das Robert-Schumann-Haus informiert:

Ausstellungsdauer: 23. August bis 7. November

Persönliche Dokumente, Musikalien und historische Tondokumente geben in einer neuen Sonderausstellung Einblick in jüdische Lebenswelten und Beziehungen im Umfeld Robert und Clara Schumanns. Die Schau im Robert-Schumann-Haus Zwickau spannt dabei den Bogen von musikalischen und persönlichen Verbindungen bis zum aufkommenden Antisemitismus des 19. Jahrhunderts. Eröffnet wird die Sonderausstellung bereits am Sonntag, dem 23. August um 16 Uhr. Zu sehen ist sie bis 7. November.

Robert und Clara Schumann hatten zahlreiche jüdische Freunde. Begegnungen mit dem Judentum, mit jüdischen Bräuchen und Traditionen waren im 19. Jahrhundert etwas Alltägliches. Als allererste Komposition schuf Robert Schumann als 12-Jähriger in Zwickau eine Vertonung des 150. Psalms, die er zwar nie veröffentlichte, aber das Manuskript sorgfältig aufhob. Zu den Schätzen seiner Musikalienbibliothek zählen die Psalmvertonungen von Benedetto Marcello (Venedig 1724), die teilweise auf die originalen hebräischen Intonationen zurückgreifen. Ebenso besaß Schumann die Sämtlichen Werke des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn, die aus seinem Nachlass ins Zwickauer Schumann-Museum gelangten. Im Verlag von Robert Schumanns Vater erschien ein Stahlstichportrait des großen jüdischen Aufklärers.

Die Sonderausstellung dokumentiert anhand solcher Besitzstücke sowie von Briefautographen und Tagebüchern die Beziehungen Robert und Clara Schumanns zum Judentum. Eine Sektion der Ausstellung ist den im Zwickauer Verlag Gebr. Schumann erschienenen Hebräischen Gesängen des britischen Dichters Lord Byron gewidmet, die Schumann ebenso wie viele seiner Zeitgenossen zu musikalischen Umsetzungen inspirierten. Es gibt Dokumente zur Freundschaft Robert Schumanns mit dem Wiener Synagogal-Kantor Salomon Sulzer und Clara Schumanns zum Rabbiner-Sohn Hermann Levi. Zu ihren Schülerinnen zählten die beiden Jüdinnen Katharina Oppenheim und Florence Rothschild, verh. Oppenheim, die beide später der nationalsozialistischen Judenverfolgung durch den Freitod entgingen. Letztere ist in der Ausstellung mit einer Aufnahme von Schumanns erster Novellette zu hören. Auch der vor allem durch Richard Wagners Schrift über „Das Judentum in der Musik“ aufkeimende musikalische Antisemitismus wird thematisiert. 

Zu der im Rahmen des Themenjahres Tacheles 2026: Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen stattfindenden Ausstellung gibt es zahlreiche Begleitveranstaltungen:

  • 23. August 2026, 16 Uhr
    Ausstellungseröffnung: Die Schumanns und das Judentum
    Eintritt frei
  • 23. August 2026, 17 Uhr
    Liederabend mit Musik von Hanns Eisler und Robert Schumann 
    Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro
  • 29. August 2026, 17 Uhr
    Konzert am Wilhelm-Wieck-Tafelklavier: Klangfreundschaften – Schumann und sein jüdisches Netzwerk
    Eintritt frei
    Eine Veranstaltung im Rahmen der Innenhof-Momente, vollständiges Programm unter www.zwickau.de/innenhof-momente
  • 12./13. September, 15 Uhr
    Schumann auf Schellack
    Aufführungen historischer Tondokumente mit jüdischen Sängern und Pianisten
    Eintritt frei
    Eine Veranstaltung im Rahmen des Historischen Markttreibens, vollständiges Programm unter www.zwickau.de/markttreiben
  • 19. September 2026, 17 Uhr
    Hebräische Gesänge und Lieder
    Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro
  • 24. Oktober 2026, 18.30 Uhr
    Jiddische Poesie und Klangwelten
    Eintritt: ab 5 Euro
    Eine Veranstaltung im Rahmen Museumsnacht Zwickau.
  • 24. Oktober 2026, 20 und 22 Uhr 
    Klavierspiel von Geisterhand – Jüdische Pianisten
    Eintritt: ab 5 Euro
    Eine Veranstaltung im Rahmen Museumsnacht Zwickau
  • 21.30 und 23.30 Uhr 
    Schumann auf Schellack
    Eintritt: ab 5 Euro
    Eine Veranstaltung im Rahmen Museumsnacht Zwickau
  • 14. November 2026, 17 Uhr
    Filmabend: „Wunderkinder“ (2011)
    Eintritt frei
Benedetto Marcello, Psalmvertonungen (1724) mit hebräischen Intonationen aus Robert Schumanns Bibliothek
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Robert-Schumann-Haus Zwickau
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