Das Kulturamt informiert:
Ins Reich des Märchenhaften entführt das Erämaa Trio mit Cédric De Bruycker (Klarinette), Akiko Okawa (Violine/Viola) und Quentin Meurisse (Klavier) in der Reihe Schumann Plus am Sonntag, 25. Oktober 2026 um 17 Uhr die Zuhörer im Robert-Schumann-Haus Zwickau.
Auf dem Programm stehen neben den Märchenerzählungen op. 132 Robert Schumanns die Komposition „Es war einmal…“, fünf Stücke im Märchenton für Klarinette, Viola und Klavier von Jörg Widmann und die Hommage à R. Sch. von György Kurtág.
Robert Schumann komponierte 1853 die Vier Märchenerzählungen für Klarinette, Viola und Klavier op. 132 nach einer Aufführung des für dieselbe Besetzung geschriebenen Kegelstatt-Trios von Mozart, welches seine Frau Clara mit Düsseldorfer Musikerkollegen aufgeführt hatte. Wenig später konnte sie mit ebendiesen Musikern im privaten Rahmen das Werk ihres Gatten zum Klingen bringen. Schumann selbst befand, dass die Zusammenstellung der Instrumente „von ganz eigenthümlicher Wirkung" seien.
Jörg Widmann (*1973) ist nicht nur als Klarinettist auf den großen Bühnen der Welt solistisch erfolgreich, auch seine Kompositionen werden weltweit aufgeführt. Er war Composer in Residence des Leipziger Gewandhauses, hatte den „Composer’s Chair“ der Carnegie Hall (New York) inne und ist Professor für Klarinette sowie Komposition an der Musikhochschule Freiburg, seit 2017 auch Professor für Komposition an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin. Widmann lehnt sich in seinem 2015 entstandenen Werk eng an Schumanns Märchenerzählungen an, die er „immer als ein zerrissenes, modernes, komplexes Stück empfunden [hat], obwohl doch die Oberfläche sich oft provokant harmlos und naiv gibt.“
György Kurtág, geboren 1926 in Lugoj (Rumänien), zählt zu den wichtigsten Komponisten Ungarns im 20. Jahrhundert. Typisch für Kurtág ist dabei eine gewisse Minimalistik, der Rückzug auf kleine Formate, aber auch die große Liebe zur (deutschen) Romantik. Das zeigt sich auch in seiner Hommage an Robert Schumann. Die drei Davidsbündler Florestan, Eusebius und Meister Raro finden in der Hommage ihren Widerhall, aber auch dem Kapellmeister Kreisler, bestens bekannt aus den Kreisleriana, begegnet der Zuhörer. Die Zwickauer Aufführung bietet die seltene Gelegenheit, das Werk eines noch lebenden, 100-jährigen Komponisten zu hören: Am 19. Februar dieses Jahres beging Kurtág in Budapest seinen 100. Geburtstag – das Konzert huldigt diesem Jubiläum des großen Komponisten.
Das Erämaa Trio wurde 2016 von drei Musikern gegründet, die ihr Studium am Königlichen Konservatorium Brüssel und an der Hogeschool Gent in den Bereichen zeitgenössische Musik – mit den Ensembles Ictus und Spectra – sowie historisch informierter Aufführungspraxis abgeschlossen hatten. Im November 2017 gewann das Erämaa Trio den ersten Preis beim internationalen Léopold-Bellan-Wettbewerb in Frankreich. Das Trio tritt regelmäßig bei Festivals wie dem LOOP Festival oder den Belgian Music Days auf und spielt häufig in Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Japan.
Eintrittskarten zu 12 Euro (ermäßigt 9 Euro) sind an der Museumskasse zu den gewohnten Zeiten, Restkarten an der Abendkasse erhältlich. Eine Vorbestellung ist telefonisch unter 0375 834406 oder per E-Mail an schumannhauszwickaude möglich.