Die von dem seit ca. 1874 in Berlin tätigen Klavierbauer Wilhelm Hirl (1838–1905) stammende Pedalklaviatur war früher im Besitz der Paulus-Gemeinde Marienthal. Man kombinierte sie mit einem entsprechend höher positionierten Flügel oder Klavier. Unter der Pedalklaviatur verlaufen Saitenchöre die mit einer Hämmer-Mechanik am hinteren Ende angeschlagen werden. Ein solches „Pedal unter den Flügel“ mieteten Robert und Clara Schumann im Frühjahr 1845, um es unter ihr Klavier zu stellen und sich für das Orgelspiel zu üben. Robert Schumann entwickelte ein besonderes Interesse für das Kombinationsinstrument und schrieb für „Pedalflügel“ die Studien in kanonischer Form op. 56, die Skizzen op. 58 und (alternativ zur Orgelbesetzung) die Fugen über BACH op. 60. Durch großzügige Unterstützung des Klavierservice Michael Masur (Berlin) sowie der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau konnte das Instrument wieder spielfähig gemacht werden. Es trägt die Nummer 268, das Baudatum ist taggenau vermerkt „15.08.[19]04“. In der Ausstellung ist das Pedal mit dem Wilhelm-Wieck-Flügel zum „Pedalflügel“ kombiniert.

Als Hörbeispiel erklingt Robert Schumanns, Studie in Kanonform C-Dur für Pedalflügel op. 56 Nr. 1 gespielt von Thomas Synofzik am Pedalflügel.

Hörbeispiel

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