Der vermutlich um 1870 erbaute Flügel stammt von Ludwig Bösendorfer (1835-1919), der 1859 den Betrieb seines Vaters übernommen hatte. Das Instrument verwendet die traditionelle Wiener Mechanik, mit allerdings weit größeren und schwereren Hammerköpfen als der vier Jahrzehnte zuvor gebaute Clara-Wieck-Flügel. Eine wichtige Abweichung zwischen beiden Instrumenten ist auch der gusseiserne Rahmen des Bösendorfer-Instruments. Anders als bei heutigen Flügeln ist bei diesem historischen Instrument jedoch noch keine Kreuzbesaitung vorgenommen, bei der die längeren Basssaiten schräg über die Diskantsaiten geführt werden. Dadurch sind hier die Klangfarben der einzelnen Register ähnlich wie bei einer Singstimme klanglich stärker differenziert.

Als Hörbeispiel erklingt Johannes Brahms, Capriccio h-Moll op. 76 Nr. 2 gespielt von Anthony Spiri am Bösendorfer-Flügel. Der Konzertmitschnitt wurde am 11. Juni 2007 im Robert-Schumann-Haus zwickau aufgenommen.

Hörbeispiel

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